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Über uns — Die Geschichte von TOMS Hamburg

 

Mitten in St. Georg, nur wenige Schritte vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt, befindet sich ein Ort, der seit über fünf Jahrzehnten fester Bestandteil der internationalen queeren Szene ist: TOMS. Vielen noch als „Tom’s Saloon“ bekannt, steht TOMS heute für Tradition, Freiheit, Begegnung und gelebte Subkultur — damals wie heute.

 

Seit der Eröffnung im Jahr 1974 hat sich hier ein einzigartiger Raum entwickelt, der weit über eine gewöhnliche Bar hinausgeht. Für Generationen von Gästen aus Hamburg, Deutschland und der ganzen Welt ist TOMS Treffpunkt, Schutzraum, Kulturort und Stück Heimat zugleich.

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Die Gründerjahre: Vision, Mut und Gemeinschaft

 

Die Geschichte beginnt mit zwei Persönlichkeiten, die die Hamburger Schwulenszene nachhaltig geprägt haben: Peter Daun und sein Lebenspartner Harald Tangermann. Beide waren bereits erfolgreiche Unternehmer innerhalb der Community und betrieben unter anderem die bekannte Sauna „Club Uhlenhorst“.

 

1973 eröffneten sie im Hochparterre des Hauses am Pulverteich zunächst den legendären Pit Club — eine schwule Diskothek, die schnell zu einem der wichtigsten Tanzorte der Stadt wurde. Der Club zog Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus an und machte das Gebäude zu einem frühen Zentrum schwulen Nachtlebens.

 

Am 20. Juni 1974 folgte im Keller desselben Hauses die Eröffnung einer Leder- und Fetischbar in einem ehemaligen Kohlenkeller: der damalige Tom’s Saloon. Das Konzept war klar — ein kompromissloser Ort für Männer, frei von gesellschaftlichen Erwartungen und Konventionen.

Freundschaft mit Tom of Finland — Kunst als Herzstück

 

Der Name der Bar entstand nicht zufällig. Tangermann und Daun waren persönlich mit dem legendären Künstler Tom of Finland befreundet, dessen Werke bis heute zu den bekanntesten Ikonen schwuler Kultur gehören.

 

Diese Freundschaft prägte das TOMS von Anfang an:

• Der Künstler stimmte der Namensgebung ausdrücklich zu

• Er gestaltete das erste Logo der Bar

• Er schuf Werke speziell für die Räume

• Zahlreiche Originalzeichnungen wurden direkt von den Gründern erworben. Die derzeitigen Besitzer der Gebäude besitzen inzwischen die größte private Sammlung an Werken von Tom of Finland.

 

Bis heute sind viele Werke des Künstlers - inzwischen auch weiteren Künstlern - im Toms zu finden.

Das Haus am Pulverteich:
Pit Club und Tom’s Saloon

 

Das Gebäude am Pulverteich entwickelte sich in den 1970er-Jahren zu einem kleinen Kosmos schwulen Nachtlebens:

• Im Erdgeschoss: der Pit Club als Tanz- und Partyort

• Im Keller: der Tom’s Saloon als Leder- und Fetischbar

• Später zusätzliche Veranstaltungsflächen

 

Der Pit Club bestand viele Jahre und wurde zeitweise unter anderen Namen weitergeführt, unter anderem als „Toms Dancehall“. Gemeinsam machten diese Orte den Pulverteich zu einem zentralen Treffpunkt der internationalen Lederszene.

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Wandel der Jahrzehnte — Krisen, Freiheit und neue Generationen

 

Schon früh zog das TOMS Besucher aus ganz Europa und Übersee an. Seeleute, Reisende, Geschäftsleute und Szenekenner fanden hier einen authentischen Ort jenseits kommerzieller Hochglanzclubs.

 

Die 1980er- und frühen 1990er-Jahre waren stark von der AIDS-Krise geprägt. Auch im Umfeld des TOMS verlor die Community viele Freunde und Weggefährten. Gleichzeitig wurde die Bar zu einem Ort der Solidarität, Aufklärung und gegenseitigen Unterstützung.

 

Trotz gesellschaftlicher Veränderungen, wirtschaftlicher Umbrüche und der fortschreitenden Gentrifizierung St. Georgs blieb das TOMS bestehen — während viele andere Szeneorte verschwanden.

Die Ära Harald Greßl (1990–2013)

 

Von 1990 bis 2013 wurde das TOMS von Pächter Harald Greßl geführt. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Bar zu einer der bekanntesten Fetisch- und Cruising-Locations Europas.

 

Während internationaler Ledertreffen war das Haus teilweise mehrere Tage rund um die Uhr geöffnet. Temporäre Erweiterungen — etwa zusätzliche Darkroom-Bereiche im Innenhof — machten Großveranstaltungen möglich.

 

Gleichzeitig wandelte sich die Szene: Strenge Dresscodes wurden schrittweise gelockert, neue Fetischrichtungen kamen hinzu, und schließlich öffnete sich die Bar bewusst für ein breiteres Publikum.

  

Seit 2013: David Schröder und die behutsame Weiterentwicklung

 

Im Sommer 2013 übernahm David Schröder, zuvor selbst Mitarbeiter hinter der Bar, die Leitung des Hauses. Sein Ziel war es, die Geschichte zu bewahren und gleichzeitig den Weg für neue Generationen zu öffnen.

 

Heute treffen im TOMS unterschiedliche Altersgruppen, Szenen und Lebensstile aufeinander — verbunden durch Respekt, Offenheit und die gemeinsame Freude an Freiheit und Begegnung.

Engagement für Community und Solidarität

 

TOMS war immer mehr als nur ein Nachtlokal. Seit Jahrzehnten unterstützt das Haus aktiv soziale und queere Projekte.

• Mitglied im Hamburg Pride e.V., Veranstalter des Hamburger CSD

• Langjähriger Unterstützer des „Rainbow Flash“ des LSVD Hamburg

• Eigene Stände auf dem CSD-Straßenfest 2018 und 2019

• 2019 in Kooperation mit der Aidshilfe Hamburg

• Regelmäßige Zusammenarbeit mit Hein & Fiete, die sich in direkter Nachbarschaft befinden

• Enge Zusammenarbeit und gemeinsame Veranstaltungen mit dem Hamburg Fetish e.V.

 

Diese Aktivitäten spiegeln die enge Verbundenheit mit der Community wieder.

Partnerschaft in der Nachbarschaft

 

Seit Anfang 2023 besteht zudem eine enge Kooperation mit der nahegelegenen Bar Daniel’s Company, seit 2025 zudem mit der Bar Kunterbunt. Gemeinsam tragen beide Orte zur Vielfalt und Stabilität der Szene rund um den Pulverteich bei.

50 Jahre TOMS — Ein halbes Jahrhundert Geschichte

 

Im Jahr 2024 feierte das TOMS sein 50-jähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsveranstaltung in der Nahe gelegenen Hamburger Speicherstadt im Ehemaligen Hauptzollamt. Höhepunkt war die Teilnahme an der Hamburger CSD-Demonstration mit einem eigenen Truck — eine Tradition, die das Haus bereits früher gepflegt hatte.

 

Dieses Jubiläum machte deutlich: TOMS gehört zu den langlebigsten und bedeutendsten schwulen/queeren Institutionen Deutschlands. Bis heute ist die Bar zudem eine Besonderheit: sie ist die letzte in Deutschland konzessionierte "Herrenbar".

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2026: Der größte Wandel — aus Tom’s Saloon wird TOMS

 

Im Februar 2026 begann ein neues Kapitel. Nach einem umfassenden Umbau präsentiert sich die Bar modernisiert und unter neuem, verkürztem Namen: TOMS.

 

Renoviert wurden unter anderem:

• der gesamte Barbereich

• der Darkroom

• mehrere Nebenräume

• Technik, Ausstattung und Design

 

Viele Stammgäste sprechen von der größten Veränderung in der Geschichte des Hauses — einer Modernisierung, die den Geist des Originals bewahrt und gleichzeitig neue Impulse setzt.

 

Heute bietet TOMS ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit regelmäßigen Events, darunter eine Fetish-Night an jedem letzten Freitag im Monat.

 

Ein Ort, der bleibt

 

Vom ehemaligen Kohlenkeller zur internationalen Szene-Institution: Die Geschichte von TOMS ist untrennbar mit der Entwicklung queeren Lebens in Hamburg verbunden.

 

Gegründet von visionären Pionieren, geprägt von Kunst, getragen von Engagement und immer wieder neu erfunden, ist TOMS heute ein Ort der Begegnung, der Freiheit und der Erinnerung. 356 Tage im Jahr.

TOMS ist nicht nur eine Bar.
TOMS ist Geschichte — und jeden Abend entsteht hier eine neue.

EVERYBODY WELCOME | BE YOURSELF | NO DRESSCODE

Eintritt nur für Jungs und Männer ab 18 Jahren

© 2026 Toms

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